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Tierärztin- Mein Traumberuf!


Im letzten Artikel hab ich Ihnen erklärt, warum ich niemandem von mir aus raten würde, Tierarzt zu werden. Heute möchte ich Ihnen erklären, warum ich mich, wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, wieder für diesen Weg entscheiden würde.

Ich arbeite als Nutztierärztin in der Fahrpraxis. Das heißt, ich bin meinen gesamten Arbeitstag im Auto unterwegs. Ich erlebe die schöne Landschaft meiner Heimat jeden Tag aufs Neue im Wechseln der Jahreszeiten. Aber das ist natürlich nur ein Nebeneffekt, den ich aber als zusätzlichen Pluspunkt für mich ansehe.


Auch wenn ich beim letzten Beitrag, den Umgang mit den Patientenbesitzern als einen möglichen Minuspunkt genannt hatte, sind natürlich nicht alle schwierig. Im Gegenteil. Mit vielen Besitzern hat man viele Jahre zu tun. Das gilt ins Besondere in der Nutztierpraxis, wo man über lange Zeit landwirtschaftliche Betriebe und deren Tierbestände betreut. Diese Kunden sieht man natürlich auch häufiger als den Hundebesitzer in der Kleintierpraxis, den man im Idealfall, wenn der Hund gesund ist, einmal im Jahr zur Impfung bzw. zum Check bei sich hat. Nachdem ich nun seit 2,5 Jahren für meinen Chef arbeite und die Betriebe betreue, kenne ich meine Landwirte recht gut. Es hat sich ein respektvoller

Umgang miteinander entwickelt. Es tut gut, wenn ich mitbekomme, dass die Landwirte mit meiner Arbeit zufrieden sind. Es macht mich stolz, mir diesen Respekt verdient zu haben. Ja, wir haben viel mit Menschen zu tun, aber gerade das macht diesen Beruf noch ein Stück abwechslungsreicher und interessanter. Und nichts schmeckt so gut, wie das Päckchen Schokolade, dass man von einem Kunden als Dankeschön für gute Arbeit bekommen hat Und es ist ein unglaublich gutes Gefühl, die Dankbarkeit zu spüren, wenn man einem geliebten Familienmitglied geholfen hat.


Ach ja, abwechslungsreich. Noch ein schöner Aspekt an diesem Beruf. Wenn ich morgens in die Arbeit fahre, weiß ich für gewöhnlich nicht, was mich an diesem Tag erwarten wird. Sicher gibt es auch geplante Termine, im Pferde- und Kleintierbereich eher als bei den Nutztieren, aber der Großteil meiner Fälle ist nicht vorhersehbar. Und es ist alles dabei. Von Standartaufgaben wie Impfungen, Fruchtbarkeitsuntersuchungen oder Ähnlichem, über mehr oder weniger dramatische Erkrankungen, die schnell erkannt und behandelt sind, bis zu komplizierten Fällen in denen wir schon beinahe wie Detektive nach einer Ursache und Lösung suchen müssen. Kein Tag ist wie der andere und Langeweile kommt selten auf.

Und dann sind da natürlich noch die Hauptakteure dieses Berufsfeldes. Die Tiere. Wie ich schon im letzten Artikel betont habe, besteht unser Beruf nicht aus Katzen knuddeln und Kälbchen retten. Aber natürlich kommt das auch mal vor Der Umgang mit den Patienten ist und bleibt ein zentraler Punkt in diesem Job. Ob es der Hund ist, dem wir uns mit Ruhe und Einfühlungsvermögen nähern, weil er in der Praxis gestresst ist. Oder das Pferd, das schlechte Erfahrungen gemacht hat und das nun aber halt regelmäßig geimpft werden muss. Sich auf diese Tiere einzulassen, zu erleben, wie man ihnen hilft, ihnen vielleicht etwas die Angst nimmt, ist ein sehr befriedigendes Gefühl. Und zu sehen, wie die Behandlung, die man gemacht hat, wirkt, natürlich erst recht. Denn natürlich können wir nicht alle retten und allen helfen, aber doch vielen. Und wenn ich bei einer Nachkontrolle das Kalb, dass vor ein paar Tagen noch schlapp im Stroh lag, durch die Box springen sehe oder eine Festliegende Kuh nur wenige Minuten nach meiner Behandlung wieder stehen kann oder natürlich nach einer Schwergeburt ein gesundes Kalb vor mir liegt, dann weiß ich, dass ich in diesem Beruf absolut richtig bin.


Fazit: Der tierärztliche Beruf wird in der Öffentlichkeit gerne verherrlicht, hat aber auch Schattenseiten. Ob es der richtige Weg für einen ist, muss man sich genau überlegen. Wenn also euer Kind, Enkel, sonstiger Verwandter/Bekannter sich für diese Laufbahn interessiert, sollte er/sie sich genau informieren. Sprecht mit eurem Tierarzt oder einem Tierarzt in eurer Nähe. Fragt die Kollegen, warum sie sich für diesen Beruf entschieden haben. Und versucht Praktika zu machen, um einen Einblick zu bekommen.

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